Universal greeting
(nach Don Conreaux)
Ich biete dir Frieden
Ich biete dir Freundschaft
Ich biete dir Liebe
Ich höre deine Bedürfnisse
Ich sehe deine Schönheit
Ich fühle deine Gefühle
All die Weisheit fließt aus einer höheren Quelle
Ich ehre diese Quelle in dir
Lass uns zusammenarbeiten
Du bist mein eigenes wahres Selbst
Ich bin ein anderes Du selbst
Wir sind eins
Ein Herz
So ist es !
Sat Nam/ Namasté
Da ist er, der erste Oktober… still und leise hat er sich herangeschlichen – unbemerkt in den letzten angenehm warmen Spätsommertagen.
Das Anschleichen habe ich nicht bemert…
Mit Ende der Sommerferien und Kursstart aller Yogakurse, Klangveranstaltungen und all dem im Blick, was ich dieser Tage vorhabe und plane, bin ich irgendwie in steter (Vor-)Freude auf etwas, das ich gerade im Herzen trage.
Und weil diese Dinge mir so viel Freude machen und Vor- und Nachbereitung brauchen, bin ich gerade ganz bunt unterwegs.
Daher auch der Titel der mail – der vielleicht etwas mutig ist für einen Oktober-Newsletter, wo schon seit Wochen die Nikoläuse und Weihnachtskekse in den Regalen der Supermärkte stehen und viele schon mit leichtem Unmut an die dunkle Jahreszeit denken.
Zwar sind die meisten bunten Sommerblüten nun verblüht, aber wenn ich rausschaue, sehe ich die Blätter der Felsenbirne sich orange-rot färben, die violetten Astern leuchten auch unter bewölktem Himmel, die Wälder beginnen sich bunt zu färben und ich spüre die Wärme des Sommers noch immer in mir.
Und einen inneren Frieden, während ich diese Worte schreibe.
Und gleichzeitig gibt es da auch immer wieder Themen und Herausforderungen, die diesen inneren Frieden und meine Freude von Zeit zu Zeit aufrütteln.
Das sind die Momente, die ich zwar nicht so gerne mag, weil sie sich echt unangenehm anfühlen können, Triggerpunkte aufleuchten wie eine aktivierte Alarmanlage, mein Ego sich aufbäumt, mein Körper in Reaktion geht und dann –
Ja und dann. Was dann?
Ich könnte abtauchen und mich totstellen. Hilft aber nicht.
Mich aus manchen Themen verabschieden – Flucht sozusagen? Bleibt ein komisches Gefühl zurück.
Oder mich stellen und einfach fühlen. Da bleiben – präsent und mit mir verbunden.
Nach einer Weile womöglich auch mit dem Anderen verbunden.
Letzte Woche nach der Puja im Hunsrück zitierte eine Teilnehmerin nach der Nacht folgenden Satz: „Bleib im Sturm stehen. Halte aus und beobachte, was geschieht.“
Es bleibt ein schmaler Grat, ob ich in jedem Sturm stehen bleiben „muss“ oder ob es auch Situationen gibt, in denen ein Richtungswechsel oder Abtauchen sinnvoll ist.
Wer weiß das schon – auch das bleibt eine Erfahrung.
Es ist für mich ein praktikabler Weg. Auch wenn er sich unangenehm anfühlt, er bietet die Möglichkeit, in sich selbst zu fühlen:
Fühle deine Gefühle. Erkenne deine Bedürfnisse. Sehe deine Schönheit.
Und genauso im Anderen:
Ich höre deine Bedürfnisse – Ich sehe deine Schönheit – Ich fühle deine Gefühle
Dies sind Teile aus dem „universal greeting“ (siehe oben), ein Segensgebet oder eine Grußformel, die wir verbunden mit entsprechenden Hand-Gesten oft vor einem Gong-Spiel nutzen.
Sie sind verbindend. Für uns selbst und mit allem, was ist.
Mit hat diese Woche in eben solch einer Situation geholfen, einfach in Stille in Meditation zu gehen. Erst war es nur laut in meinem Kopf, aber Stück für Stück wichen die Gedanken und es wurde leerer. Was kam, war die Erkenntnis, dass wir einfach nur unterschiedlich sind und dass jeder seine Muster und Angewohnheiten hat. Und es so sein darf. Und es gut tut, sich auszudrücken und gleichzeitig den anderen zu verstehen und genauso sein zu lassen.
Und nach einer Weile wird das Ego leise, denn es kann dem nicht standhalten. Es geht ein innerer Raum des WIR auf. Und all das Unangenehme fließt ab und weicht dem erneuten inneren Frieden.
Bis zum nächsten Mal 😉