„Schenke dem Morgen ein Lächeln und der Tag lächelt zurück.“
Eigentlich wollte ich letzte Woche schon meinen Newsletter schreiben, wie gewohnt zum Monatsanfang und über ein ganz anderes Thema.
Aber wie das Leben so ist: Es kam etwas dazwischen, und so schreibe ich euch jetzt aus meiner Auszeit, die ich mir schenke, wie ich es immer mal wieder mache.
Ein paar Tage raus aus dem Gewohnten. Ich will gar nicht sagen aus dem Alltagstrott, denn für mich hat der Alltag inzwischen sehr viele schöne Seiten und gleichzeitig auch einige Verpflichtungen.
Beruflich, privat oder was eben so dazugehört: Haus & Hof, Kochen, Waschen, Einkaufen, Putzen, Papierkram und all diese Dinge.
Neben Yoga und Klang, die mich nach wie vor mit euch zutiefst erfüllen und mir so viel Freude bereiten.
Und neben all dieser Freude und eben den Alltäglichkeiten ist es mir in den letzten Jahren ganz wichtig geworden, immer mal wieder aus diesem Gewohnten herauszutreten.
Die Welt aus einem anderen Blickwinkel betrachten.
Und ganz alleine.
In Stille und Achtsamkeit.
Wenn ich jetzt zu Hause wäre, würde ich meine To-do-Listen abarbeiten, Fenster putzen, die Steuer machen, den Garten aufräumen.
Alles Mögliche, was da manchmal so liegen bleibt oder rausgeschoben wird.
Und es wartet ja alles auf mich, bis ich nächste Woche wieder zurück bin.
Also habe ich einen Teil meiner kursfreien zwei Wochen jetzt Anfang September einer Me-Time, einer Auszeit für mich, gewidmet und habe sehr spontan vorgestern ein kleines Hotel auf der Alb gebucht, gar nicht weit weg.
Den kurzen Impuls, vielleicht weiter weg zu fliegen, habe ich gleich wieder verworfen: Warum soll ich denn so weit wegfliegen? Was ist denn da besser oder schöner als hier zu Hause? Und die Sonne scheint ja hier bei uns auch.
Und so, ungefähr eine Stunde entfernt, ganz oben auf der Alb-Hochfläche kurz vor Ulm, bin ich nun.
Ich habe einen kleinen Gong mitgenommen, die Gitarre, ein paar Bücher, okay, meinen Computer, und ganz, ganz viel Zeit.
Und ich merke jetzt am Dienstag: Es braucht ein bisschen zum Ankommen. Es braucht ein bisschen, um diesen Alltagsschwung, diese kraftvolle Welle des gewohnten Rhythmus, loszulassen und in ein freies Fließen zu kommen.
Und das ist ganz spannend. Es kommen ganz viele Momente, wie ein innerer Check, ein Reality-Check: Möchtest du wirklich in dieser Urlaubsauszeit sein? Oder nicht doch lieber gewohnt weitermachen?
Heute Morgen und gestern schon beim ersten Spazierengehen in Feld, Wald und Wiesen, dann beim Frühstück kamen gleich schon diese Gedanken: Was mache ich heute der Reihe nach? Was könnte ich alles tun? Tag optimieren und voll durchplanen! Nur nichts verpassen, wo ich schon mal hier bin…
Ich wollte schon anfangen, aus lauter Gewohnheit Pläne zu schmieden und Alternativen auszuarbeiten und habe dann innegehalten: Nö, genau deshalb bin ich doch eigentlich hier. Nichts zu planen, nichts zu wollen, nichts zu optimieren.
Mich durch den Tag treiben zu lassen, zu schauen, was der Moment bringt, jetzt und hier im Wald oder auf dem Feld. Einfach draußen zu sein in der Natur. Und schauen, was dieser Moment mir jetzt und hier schenkt. Um dann irgendwann eine Entscheidung zu treffen: Jetzt mache ich einen Ausflug. Jetzt gehe ich den Weg links oder rechts. Oder jetzt mache ich einen Mittagsschlaf.
Das ist eine ganz besondere Qualität, die ich für mich vertiefen möchte, mehr und mehr in mein Leben integrieren möchte, um mich weniger durchs Leben zu jagen, was ich tatsächlich recht gut kann. Denn ich bin gut darin, viele Dinge sehr schnell zu bewegen.
Und unsere Gedanken sind sooo extrem schnell.
Nur: Warum eigentlich? Wem möchte ich etwas beweisen mit dieser Schnelligkeit und dem Drang zum Optimieren? Mir brauche ich nichts zu beweisen.
Es ist interessant, immer mal wieder zu hinterfragen, welche Muster mich da treiben.
Und heieiei, es gibt noch eine ganze Menge, die sich gerade in solchen Momenten zeigen.
Wie schön, dass ich hier die Zeit habe, all das ganz bewusst anders zu machen.
Und jetzt wünsche ich euch noch ein paar schöne Sommertage. Tage in Stille, in Ruhe oder in eurem Alltag.
Auf jeden Fall in Liebe und Verbundenheit. Herzensgrüße,
Clarissa