„Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen absolut nichts getan werden kann.
Der eine heißt Gestern und der andere Morgen.
Also ist heute der passende Tag zum Lieben, Denken, Tun und vor allem Leben.“
Dalai Lama
Dieser Tage habe ich einen Beitrag gehört, in dem ging es um Langsamkeit.
„Werde langsam, in allem!“
Das ist eine Einladung, die ich immer wieder versuche, in mein Leben einzuladen.
Es gelingt mir nur ganz zaghaft, dies wirklich umzusetzen.
Wozu soll es gut sein und warum ist es so schwierig (zumindest für mich), langsamer zu werden?
Die Beantwortung der Frage „wozu langsam“ fand ich überraschend – präzise auf den Punkt gebracht:
„Die aktuelle Menge und Taktung meiner Informationsaufnahme ist zu hoch. Dadurch ist die Wahrnehmung zu flach. Das Gehirn ist auf highspeed trainiert und damit erkenne ich im speed von allem nur die Oberfläche. Um in die Tiefe zu tauchen, brauche ich Zeit“
Von allem nur die Oberfläche… schnell noch hier… mal eben noch da…
Das Thema kommt immer wieder zu mir. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich ihm schon einen Newsletter gewidmet.
Und ja, ich fühle es, dass ich gerne langsamer sein möchte, mehr Muße und Tiefe.
Phasenweise gelingt mir das – so zum Beispiel jetzt in der Osterzeit.
Es sind die bewussten Auszeiten – manchmal auch die kleinen Momente im Alltag, in dem nicht einfach das nächste Thema folgt, ein Abarbeiten von To Do Listen. Es gibt Tage, das mache ich nur, woran ich Freude habe – interessanterweise erledige ich an diesen Tagen auch viel. Aber in meinem Rhythmus und das, wo die Energie leicht fließt.
Warum ist es so schwierig, langsamer zu werden?
Einmal ist es bei mir so, dass ich viele Dinge und meine Arbeit einfach sehr gerne mache. Da kommen neue Ideen, Kooperationen, Projekte…
Dann habe ich oft im Vorfeld eine unrealistische Einschätzung, wie lange Dinge brauchen. In meiner Vorstellung geht es meist schneller, als es dann wirklich benötigt. Folglich nehme ich mir zu viel vor.
Und dann ja – das gestehe ich mir inzwischen ein – ist es toll, produktiv zu sein! So gaukelt es mir zumindest mein Inneres vor:
Es gibt da einen Anteil in mir, der „Antreiber“ und seinen besten Freund, der den speed und die hohe Schlagzahl toll findet.
Woher kommt das? Geerbt? Erlernt? Ist das unser System? Die Schule? Einfach die allgemeine Prägung? Wird die Zeit einfach insgesamt schneller?
Es ist nicht so leicht, etwas, das im Schwung läuft, abzubremsen. Aber möglich. Kein Stillstand, aber gemütlicher.
Es ist an der Zeit, mir mehr Zeit zu nehmen. Noch mehr. Und darauf freue ich mich.
Und auf die Tiefe und mehr Intensität.
Vielleicht ist es das Alter ;-), vielleicht ein neues Bewusstsein…
Ein Bewusstsein, den eigenen Rhythmus des Lebens zu finden und zu gestalten.
Wie geht es dir mit der Zeit und der Langsamkeit? Hast du sie gefunden? Suchst du sie?