Die großen Lehrer der Meditation und des geistlichen Lebens weisen immer wieder auf die erste Morgenstunde hin und sagen:
„Nimm den Anfang des Tages wahr, er ist die Stelle, an der du die Ewigkeit berührst“
(Jörg Zink)
Es ist am Morgen der erste Moment des Bewusstwerdens nach dem Schlaf, der den neuen Tag einstimmt.
Ein neuer Tag ist wie ein frisches Schneefeld. Leer, unbetreten, frisch und glatt. Alles ist möglich. Was also fange ich an mit dem neuen Tag?
Wo ich früher oft mit dem Weckerklingeln müde gestöhnt habe „kann denn die Nacht wirklich schon rum sein?“ und mich noch dreimal wieder umgedreht habe, um den Tag lieber nicht schon zu beginnen, bin ich heute üblicherweise in Vorfreude auf alles, was kommen mag.
Wie kam es zu dieser wesentlichen Änderung in meinem Bewusstsein?
Es ist das Bewusstsein selbst, was die Änderung bringt. Wie das?
Ich schließe abends den Tag in Dankbarkeit ab, ich gehe mit positiven Gedanken und Freude in die Nacht. Vielleicht mit einer Meditation oder Gedankenreise.
Und morgens wache ich auf und meine ersten Gedanken sind freudvoll – wie schön ist es, dass ich wieder einen Tag erleben darf, mein Leben gestalten, ich freue mich auf meine Termine, Begegnungen und was zu tun ist. Da ist die Dankbarkeit schon wieder.
Ganz bewusst, wie ein Ritual.
„Habe Freude bei allem was du tust“ ist ein Motto, das ich sehr mag. Was nicht bedeutet, dass alles immer nur rosarot und wundervoll ist (und wundervoll ist gleichzeitig eines meiner Lieblingswörter!). Es gibt auch Tage und Themen, an denen es sich nicht freudvoll und fröhlich anfühlt. Tatsächlich sind die selten bei mir – ab auch die gibt es.
Ich habe für mich herausgefunden, dass alles im Kopf und in meinen Gedanken anfängt.
Unser Leben formt sich aus unseren Gedanken.
Wir projizieren, manifestieren und lassen aus dem Geist lebendig werden.
Denke mal kurz an eine Zitrone. Schneide sie in Gedanken auf und beiße herzhaft hinein. Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen, wenn ich nur daran denke. Und es war nur ein Gedanke. Unser Körper folgt unseren Gedanken.
Für eine fünfköpfige Familie mit 2 Katzen den Haushalt zu organisieren, ist da eine wundervolle (!) Spielwiese.
Jahrelang und täglich waschen, putzen, kochen, spülen. Das kann ganz schön an den Nerv gehen. Aber nur, wenn ich mich als Opfer der Umstände sehe! Natürlich unbewusst und in Kombination mit Perfektionismus sehr gefährlich…
Dreh den Spieß mal um. Zum Beispiel: Ich freue mich, meiner Familie das Geschenk zu machen, dass sie eine aufgeräumte Küche, frisch gekochtes Essen auch dem Tisch und frische Wäsche im Schrank haben.
Und auf einmal wertschätze ich mich selbst für die Arbeit und mache mir selbst die Freude.
Ich liebe den ersten bewussten Gedanken am Morgen, mit dem ich meinen Tag beginne (und ich drehe mich immer noch gerne noch einmal um) und ich liebe den letzten bewussten Gedanken vor dem Einschlafen.
Und die tiefe Stille in diesen Momenten.